Seit einigen Jahren erfreuen sich die Studienbücher des Rolf-Schmidt-Verlags großer Beliebtheit. Das Verlagsangebot wurde im Laufe der Zeit ständig ausgebaut, so dass mittlerweile Lehrbücher zu den meisten examensrelevanten Rechtsgebieten zur Verfügung stehen. Die beiden zu besprechenden Bücher wollen das für das Examen erforderliche Wissen zum Sachenrecht und zum Kreditsicherungsrecht vermitteln.
Wie bei manchen anderen Abhandlungen zum Sachenrecht auch, werden in dieser Reihe das Mobiliarsachenrecht (340 Seiten) und das Immobiliarsachenrecht (304 Seiten) in zwei getrennten Bänden dargestellt. Die Schwerpunktsetzung soll der Bedeutung der behandelten Themen in Prüfungen entsprechen. Dazu gehört z.B. im ersten Band der Herausgabeanspruch gemäß § 985, das Eigentümer-Besitzer-Verhältnis, der (gutgläubige) Erwerb des Eigentums gemäß §§ 929 ff., der Schutz des Besitzes gemäß §§ 861, 1007 und das Pfandrecht gemäß §§ 1204 ff. Im zweiten Band werden dann etwa das Grundeigentum, insbesondere die Übertragung, die beschränkt dinglichen Rechte (Hypothek, Grundschuld und Dienstbarkeiten, wie Grunddienstbarkeit, beschränkt persönliche Dienstbarkeit und Nießbrauch), Reallast und dingliches Vorkaufsrecht, die grundstücksgleichen Rechte, das Wohnungseigentum und die Vormerkung behandelt. Als weiteres Kreditsicherungsrecht wird außer den Grundpfandrechten auch noch die Bürgschaft in Band II vorgestellt (neu in dieser Auflage), während die Sicherungsübereignung und der Eigentumsvorbehalt in Band I besprochen werden.
Band I beginnt mit einer kurzen Einführung mit einem Überblick über den Gegenstand des Sachenrechts, dessen Systematik und Rechtsquellen. Danach lernt der Leser die dinglichen Rechte und Ansprüche kennen. Diesem Teil sollte der Lernende ebenso große Aufmerksamkeit schenken wie den Prinzipien des Sachenrechts, deren Bedeutung von Studenten häufig unterschätzt wird, obwohl deren Kenntnis unabdingbar ist und mit deren Hilfe in Klausuren sehr oft vertretbar argumentiert werden kann. Im zweiten Kapitel werden die Regelungen über den Begriff der Sache, die §§ 90 bis 103 BGB, thematisiert, bevor im dritten Kapitel die wichtigen Ausführungen zum Besitz folgen. Die Funktionen und Arten des Besitzes, Besitzerwerb und Besitzverlust werden ausführlich erörtert. Auch die bedeutenden Vorschriften zum Besitzschutz kommen nicht zu kurz, sondern werden aufgrund ihrer hohen Prüfungsrelevanz auf knapp 30 Seiten dargestellt. Die folgenden Kapitel widmen sich in angemessenem Umfang dem Eigentum an beweglichen Sachen, dessen rechtsgeschäftlichem und gesetzlichem Erwerb. Besondere Aufmerksamkeit sollte den Ausführungen zum Eigentumsschutz entgegengebracht werden, bei denen schon ein Verständnis für sachenrechtliche Zusammenhänge erforderlich ist. Vor allem das sichere Beherrschen des Eigentümer-Besitzer-Verhältnisses ist Examenskandidaten anzuraten. Diese komplexe Materie mit seinen schwierigen Abgrenzungen zu anderen Anspruchsgrundlagen ist Gegenstand vieler Klausuren und wird auf über 30 Seiten erörtert. Ebenfalls von enormer Bedeutung ist der Beseitigungs- und Unterlassungsanspruch gemäß § 1004 BGB. In diesem Zusammenhang lohnt es sich, die Parallelen zu den oft vorkommenden Nachbarschaftsstreitigkeiten herauszuarbeiten, die im zweiten Band (RN 89 ff.) vermittelt werden. Den in den Fußnoten angegebenen Nachweisen auf einschlägige Rechtsprechung sollte nachgegangen werden, um diese bei Prüfern beliebte Thematik zu vertiefen. Gerade aufgrund der zahlreichen aktuellen höchstrichterlichen Entscheidungen ist diesbezüglich von einer hohen Examensrelevanz auszugehen. Darüber hinaus sollte sich der Lernende intensiv mit dem Anwartschaftsrecht und den dazugehörigen verschiedenen Arten des Eigentumsvorbehalts auseinandersetzen, deren große Bedeutung mit einer verständlichen Behandlung ausreichend Rechnung getragen wird. Ferner überzeugt die kurze, aber prägnante Erörterung zur Sicherungsübereignung im Anschluss daran.
In Band II bekommt das Immobiliarsachenrecht aufgrund seiner hohen Prüfungstauglichkeit einen entsprechend großen Platz eingeräumt. Ganz wichtig und im Liegenschaftsrecht im Vordergrund stehend sind die Grundpfandrechte. Nicht nur in der Praxis spielt die Grundschuld eine große Rolle. Die Abgrenzung zur Hypothek, Erst- und Zweiterwerb wie etwa auch die richtige Einordnung von Gegenrechten müssen Examenskandidaten beherrschen. Die sonstigen Sachenrechte werden zumindest kurz abgehandelt, da diese durchaus auch mal in (mündlichen) Prüfungen abgefragt werden können. Die neu aufgenommene Darstellung des Bürgschaftsrechts ist zwar für ein Lehrbuch des Sachenrechts unüblich, kann aber im Zusammenhang mit den anderen, oben genannten Kreditsicherungsinstituten nicht allzu sehr überraschen. Im Übrigen passt an dieser Stelle auch, dass dem Zusammentreffen von Bürgschaft und dinglicher Sicherheit, insbesondere der Hypothek, besondere Aufmerksamkeit geschenkt wurde.
Die beiden Bücher präsentieren das Sachenrecht in attraktivem Gewand. Den Lesern wird es nicht schwer fallen, am Ball zu bleiben: zur Veranschaulichung und Konkretisierung dienen Zusammenfassungen, Lerndefinitionen und Klausurhinweise. Sehr beliebt bei vielen Lesern sind die Übersichten und Anspruchsschemata, die ideal als Checkliste zur kurzen Wiederholung eingesetzt werden können. Anhand von zahlreichen Beispielen und kleineren Fällen wird dem Leser eine sehr gute Möglichkeit geboten, den Stoff zu durchdringen. Darüber hinaus helfen die umfangreichen Verweisungen in den Fußnoten bei der Recherche nach geeigneter Ausbildungsliteratur weiter. Insbesondere bei Hausarbeiten sorgen die Nachweise der aktuellen höchstrichterlichen Rechtsprechung für Arbeitserleichterung.
Fazit: die Studienbücher stellen eine gute Alternative zu den Klassikern wie etwa der Lehrbücher von Wolf oder Prütting dar. Viele Lernende wird vor allem die lesefreundliche Gestaltung erfreuen, die sämtlichen Exemplaren der Rolf-Schmidt-Serie gemeinsam ist. Der Preis von jeweils 19,80 Euro fällt gegenüber vergleichbaren Werken nicht aus dem Rahmen.
Ideal für die häusliche Nacharbeit und vor allem sehr gut geeignet für das Verfassen einer Hausarbeit ist die Neuauflage zum Sachenrecht II von Rolf Schmidt. Das gesamte Examenswissen zum Immobiliarsachenrecht und Kreditsicherungsrecht wird in diesem Buch ausführlich behandelt, sodass es sich hervorragend zur Examensvorbereitung eignet. Aber auch für die Hausarbeit ist der Schmidt sehr zu empfehlen, da er bei den Problemen in die Tiefe geht und sämtliche Verständnisprobleme aus dem Weg räumt. Besonders gelungen sind dabei die verständlichen und übersichtlichen Aufbauschemata und Abbildungen, sodass selbst schwierigere Probleme wie Vormerkung und Grundpfandrechte auf Anhieb nachvollziehbar sind. Dies liegt nicht zuletzt an den klaren und studentenfreundlichen Formulierungen sowie dem übersichtlichen Layout. Alles in Allem ein sehr gelungenes, empfehlenswertes Lehrbuch.
Nach einem hervorragendem Start in das Mobiliarsachenrecht (Buch: Sachenrecht 1) rückt in dieser Ausgabe das Immobiliarsachenrechtin den Vordergrund. Wiederum sehr anschaulich und präzise wird, nach einer gut verständlichen Einführung, alles Examensnotwendige über die Themen des Grundstücks, des Grundeigentums und die Übertragung des Grundeigentums informiert. Selbst schwierige Probleme wie die Vormerkung und die Grundpfandrechte (Hypothek, Grundschuld, Bürgschaft) sind auf Anhieb nachzuvollziehen. Den Abschluss bilden die Kapitel über die Grundbuchberichtigung, die Rangordnung von Grundstücksrechten, sowie das Wohneigentum.
Mittlerweile gibt es eine umfassende Sammlung von Literatur zum Sachenrecht. Ein nicht unbeträchtlicher Teil hiervon folgt jedoch der Tradition, die Mindermeinung des Autors mit der herrschenden Meinung zu vermischen, ohne dies dem Leser (SB) klar zu machen. Rolf Schmidt ist in diesem Punkt anders, klar strukturiert richtet sich dieses Buch an den Bedürfnissen der Studierenden aus. Farbliche Hervorhebungen, Prozeßdiagramme, Kästen mit Zusammenfassungen, Beispielfällen und Hinweisen für die Klausurbearbeitung erleichtern es dem Leser, die Strukturen des Sachenrechts zu verstehen und sich auf die Klausur vorzubereiten.
Inhaltlich deckt das Buch die großen Bereiche Immobiliarsachenrecht und die Grundzüge des Kreditsicherungsrechts ab, hier insbesondere Hypothek, Grundschuld und Bürgschaft.
Nach einer kurzen Einführung in Begriff und Prinzipien des Sachenrechts behandelt derAutor im Grundstücksrecht ausführlich Inhalt und Schranken des Grundeigentums. Gut gelungen ist die Darstellung von zivilrechtlichen Duldungspflichten wie sie durch Immissionen oderNotweg entstehen können. Passend hierzu wird der Beseitigungs- und Unterlassungsanspruch dargestellt. Auch die Übertragung von Grundstücken wird mit Hilfe von vielen Beispielen sehr gut dargelegt. Besonderer Wert wurde hier auf die Veranschaulichung des Erwerbs vom Nichtberechtigten gelegt.
Auch zur Vormerkung wird der gutgläubige Erwerb vom Nichtberechtigten verständlich erklärt, eine Darstellung verschiedener Meinungen und Interpretation des Autors bieten einen guten Überblick.
Nach einem kurzen Kapitel zum dinglichen Vorkaufsrecht werden die Grundpfand rechte detailliert dargelegt. Die Erklärungen scheinen zwischendurch sehr umfassend zu sein, helfen jedoch, auch komplexere Konstrukte zu durchblicken. Arten und Schranken der Bürgschaft werden ebenso wie die häufig prüfungsrelevante Übersicherung klausurorientiert erläutert. Auch die Bürgschaft durch AGB wird umfassend und mit
ausführlichem Prüfungsaufbau erörtert.
Kürzere Kapitel wie Nießbrauch und Erbbaurecht sowie die Rangordnung von Grundstücksrechten und Wohungseigentum nach dem WEG schließen das Buch ab.
Insgesamt gefällt eine gute Strukturierung des Buches; gute Prüfungsschemata und kurze Erläuterungen sind eine wertvolle Hilfe zur Klausurvorbereitung. Viele Vertiefungshinweise zu Ausbildungzeitschriften wie JuS und Jura bieten Studenten, die mehr wissen möchten, eine gute Lektüre. Die Darstellung von Problempunkten ist außergewöhnlich gut gelungen, die Detailtiefe ist angenehm ausgewogen. Der Preis von €18,50 ist angemessen und macht das Buch rundum empfehlenswert.
Vor etwa drei Jahren wurde das Studienskripten-Programm des Verlags Dr. Rolf Schmidt durch zwei Bände zum Sachenrecht erweitert, so dass nun auch das 3. Buch des BGB mit den beliebten Büchern aus dem Verlag Dr. Rolf Schmidt erlernt und wiederholt werden konnte. Nunmehr liegt schon die 3. Auflage dieser beiden Bände vor, was dem Konzept des Verlages, jährlich Neuauflagen auf den Markt zu bringen und so immer topaktuelles Wissen zu vermitteln, entspricht. Inzwischen wird das Buch zum Mobiliarsachenrecht von zwei Autoren betreut, die schon bei anderen Werken des Verlages zusammengewirkt haben.
Die Bücher sind so konzipiert, dass sie sowohl dem Einsteiger eine verständliche Einarbeitung als auch dem Examenskandidaten eine umfassende Repetition bieten. Der Schwerpunkt liegt auch bei den Sachenrechtsbüchern wie gewohnt auf der Fallbearbeitung, so gibt es zahlreiche "Hinweise für die Fallbearbeitung" in grau hinterlegten Kästen sowie Schemata.
Den zweiten Band zum Sachenrecht hat der Verlagsinhaber Rolf Schmidt selbst verfasst. Neben dem Immobiliarsachenrecht sind auch Grundzüge des Kreditsicherungsrechts berücksichtigt worden. Dieser Teil des Buches behandelt insbesondere das Hypotheken- und Grundschuldrecht, aber auch die im Buch zu den vertraglichen Schuldverhältnissen ausgeklammerte Bürgschaft findet sich in diesem Buch aufgrund des Sachzusammenhangs wieder. Ein kurzer Abschnitt beschäftigt sich zudem mit dem Zusammenspiel von Bürgschaft und Hypothek.
Auch der zweite Band beginnt mit allgemeinen Einführungen. Teilweise überschneiden sich die Ausführungen mit denen in Band I, so stellt z.B. auch Schmidt die Prinzipien des Sachenrechts vor, allerdings entstammen die Beispiele nun jeweils dem Grundstücksrecht und nicht dem Recht der beweglichen Sachen. Auch werden in diesem Band die Bestandteile von Grundstücken näher dargestellt. Anschließend folgen Kapitel über Inhalt und Schranken des Grundeigentums und die Übertragung von Grundeigentum. Nach Kapiteln über die überaus klausurrelevante Vormerkung und das Vorkaufsrecht geht der Autor auf das Kreditsicherungsrecht über. Was bei der Vormerkung schon begann, wird hier noch auffälliger: Schmidt unterstützt die Leser mit einer Fülle von Skizzen, die die Beziehungen zwischen den Beteiligten veranschaulichen. Schließlich werden die Themen Grundbuchberichtigung, Nießbrauch, Grunddienstbarkeit, Reallast und Erbbaurecht, aber auch die Rangordnung von Grundstücksrechten behandelt.
In Rezensionen zu anderen Werken des Verlags wird häufig die Aktualität der Fundstellen hervorgehoben. Im Bereich des Sachenrechts geschieht erfahrungsgemäß nicht so viel, dass ein topaktuelles Verfolgen der Rechtsprechung ständig neue Erkenntnisse bringt. Dennoch präsentiert Schmidt an einzelnen Stellen, z.B. im Grundstücksnachbarrecht, aktuellere BGH-Entscheidungen und ist damit wie immer auf neuestem Stand. Die dort vorgestellten "Anwendungsfälle" werden auch umfassend gelöst und ersetzen so die sonst bekannten Abschlussfälle.
Gesamteindruck:
In den beiden Werken zum Sachenrecht wird wieder einmal deutlich, dass es dem Verlag darum geht, das Examenswissen umfassend und klausurorientiert darzustellen, ohne Klippen und Detailfälle auszulassen. Damit wird die Bearbeitung recht lang (insgesamt über 650 Seiten), berücksichtigt aber auch schwierige Probleme wie z.B. den gutgläubigen Zweiterwerb des Anwartschaftsrechts. Wer beide Werke sorgfältig durcharbeitet und versteht, wird auch im Examen punkten können.
Quelle: jurawelt.com
Die dritte Auflage dieser Bücher erscheint in neuer Aufmachung, inhaltlich bleibt alles beim Bewährten: Alle examensrelevanten Probleme des Mobiliar- und Immobiliarsachenrechts werden ausführlich erläutert. Umfasst sind u. a. Probleme des Besitzes, des rechtsgeschäftlichen und gesetzlichen Eigentumserwerbs sowie der Anspruch aus § 985 einschließlich des Eigentümer-Besitzer-Verhältnisses, ebenso wie der Bereich des Pfandrechts und des Anwartschaftsrechts.
Das Immobiliarsachenrecht umfasst Erläuterungen zum Grundeigentum, zur Vormerkung und zum dinglichen Vorkaufsrecht ebenso wie grundpfandrechtliche Probleme (Hypothek/Grundschuld) und am Schluss kurze Ausführungen zum WEG.
Inhaltlich sind die Werke umfassend, zutreffend und auf dem aktuellen Stand.
Ihre besondere Stärke ist der klare Aufbau: Zu Beginn der Kapitel stehen kurze Schemata/Übersichten, aus denen sich die im Anschluss erläuterten Einzelheiten ergeben. Damit bleibt bei aller Fülle der Einzelprobleme die Übersichtlichkeit gewahrt. Hilfreiche „Hinweise für die Fallbearbeitung“ sind grau hinterlegt. Daneben sind - wo sinnvoll - vereinzelt zusammenfassende Übersichten eingestreut.
Die Fußnoten beschränken sich die wohltuend auf wesentliche Nachweise aus Rechtsprechung und Literatur, wobei sehr auf Aktualität geachtet wird. Die Hinweise auf Ausbildungszeitschriften sind gerade für Studierende und Referendare sinnvoll.
Insgesamt reihen sich die beiden Bände in die bewährte Reihe der Bücher des Schmidt-Verlags zur Ausbildung ein. Für diese können sie empfohlen werden. Angesichts der Qualität der Bücher ist der Preis angemessen.
Quelle: JuS-Magazin des C.H.Beck-Verlags Ausgabe Nov/Dez 2006
Das Buch von Rolf Schmidt Sachenrecht II erscheint wie üblich im Rolf Schmidt Verlag. Die Aktuelle Ausgabe ist die 3. Auflage 2006. Ein Buch, was die Herzen der urastudenten, höher schlagen lässt.
Es ist gut strukturiert, übersichtlich und äußerst problemorientiert. Das Buch wie auch andere Bücher von Rolf Schmidt zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine gesunde Mischung aus Fachwissen und verständlichem Deutsch vereinen. Kein überkandideltes Fachchinesisch, welches fast noch schwerer zu lesen ist als die BVerfG oder EuGH Entscheidungen selbst. Eindeutig und klar formuliert findet hier jeder die Antworten die er sucht. Dieses Buch befasst sich umfassend mit dem Immobiliarsachenrecht sowie dem Kreditsicherungsrecht. Sicherlich nicht erschöpfend, aber meiner Ansicht nach gibt es wenige examensrelevanten Lücken. Was auch schon zum Nachteil des Buches führt. Es ist trotz der leichten und übersichtlichen Schreibweise nicht für untere Semester geeignet, was allein schon die Materie verrät. Dieses Buch hat eine klare Blickrichtung, das Examen. Es versucht durch Schautafeln, Übersichten, verschiedene fett, kursiv und normale Schreibweisen, es dem Leser zu ermöglichen, einen Text selbst beim bloßen Überfliegen Inhaltlich zu erfassen.
Ich habe auch schon gehört, dass mit diesem Buch erfolgreich für das erste Examen gelernt wurde. Aber liebe Leser „Psst“. Denn leider ist Herr Rolf Schmidt bei Universitätsprofessoren nicht sehr beliebt. Es galt eine Zeitlang ein striktes Zitierverbot und selbst heute ist man gut daran, ihn im Quellenverzeichnis zu vermeiden. Die Rolf-Schmidt-Reihe wird immer noch als nicht zitierfähiges Skript verpönt. Leider.
Was dieses Buch ausmacht, sind die vielen Skizzen, die zahllosen Stichpunkte und die vielen kleinen Merkkästchen. Es mag sich anhören, als sei man in der ersten Klasse und wird wieder an die Hand genommen, aber mit diesem „Lehrbuch“ zu arbeiten, macht wirklich Spaß, da es nicht nötig ist bestimmte Passagen drei oder viermal lesen zu müssen. Daher ein Buch, was ich allen Sachenrecht II Lernern nur wärmstens empfehlen kann.
Der Preis von 18,50 € ist, gemessen an dem 302-seitigen Buch, auch erschwinglich und sicherlich die beste Ergänzung zur Examensvorbereitung in der Bibliothek.
Fachschaft Jura der Uni Jena, in: Nebelhorn 10/2006
In neuem Design sind die Neuauflagen der Lehrbücher zum Sachenrecht aus dem Rolf-Schmidt-Verlag erschienen. Der erste Band befasst den Leser auf knapp über 350 Seiten mit dem Mobiliarsachenrecht, der zweite Band thematisiert neben dem Immobiliarsachenrecht auch das Kreditsicherungsrecht und schafft dies auf knapp über 300 Seiten. So kann sich der Leser in höchst überschaubarem Rahmen die Grundlagen des Sachenrechts aneignen.
Die Gestaltung der Lehrbücher ist traditionell vielseitig. Die Autoren verwenden eine effektive Hervorhebungstechnik nicht nur im Fließtext, sondern auch in den Fußnoten, wo die Jahreszahlen der zitierten Fundstellen markiert sind. Unterstützt wird die Lektüre durch zahlreiche Schaubilder und Graphiken, zusammenfassende mit „Fazit“ bezeichnete Informationskästen und natürlich die in luxuriöser Ausführlichkeit gehaltenen Vorschläge für die Prüfung der einzelnen Ansprüche. Gestrafft wird die Darstellung durch diverse Aufzählungen und Übersichten. Beispiele konkretisieren die Materie an geeigneter Stelle, wobei die zur Erklärung beigefügten „Lösungsgesichtspunkte“ einerseits den didaktischen Anspruch des Verlages unterstreichen, andererseits aber auch zeigen, dass man eine Möglichkeit der Lösung anbietet und nicht repetitorgleich „die“ Lösung propagiert.
Im Werk zum Immobiliarsachenrecht beginnt der Autor klassisch mit einem Einführungskapitel, wo ähnliche Grundlagen wie in Band 1 besprochen werden. Weiterhin erfährt der Leser Wichtiges zum Grundbuch und zum Umgang mit Bestandteilen des Grundstücks. Gelungen ist das Kapitel zu den ungeliebten Einschränkungen von Eigentum durch Duldungspflichten wegen Überbau, Notweg oder Immissionen. Auch hier ist der thematisch passende Beseitigungs- und Unterlassungsanspruch instruktiv dargestellt. Das Kapitel zum Erwerb von Grundeigentum fällt kompakt aus, hat aber den Schwerpunkt zu Recht auf dem Erwerb vom Nichtberechtigten. Passend dazu folgt der Abschnitt zur Vormerkung, wo ebenfalls die Gutglaubensnormen herangezogen werden können und die Rechtsprechung des BGH für Verwirrung sorgen kann. Hier sorgt die ausgewogene Abbildung beider Meinungsseiten zusammen mit der Stellungnahme des Autors für einen optimalen Wissensgewinn des Lesers.
Nach einem kurzen Ausflug zum dinglichen Vorkaufsrecht widmet sich der Autor intensiv den Grundpfandrechten und integriert dabei ein großes Kapitel zum Bürgschaftsrecht. Diese Verknüpfung überrascht nur den Laien, da man oft Klausuren mit einem Wettlauf der Sicherungsgeber zu lösen hat und dann die einzelnen Anordnungen einer cessio legis bei Gesamtschuld, Bürgschaft und Hypothek abzustufen hat. Durch die Darstellung in einem Buch verhilft der Autor dem Leser zu einem wichtigen Gedankensprung.
Auch hier sind die Ausführungen detailreich, sowohl was die Entstehung, den Erwerb oder das Erlöschen einer Hypothek bzw. später einer Grundschuld betrifft. Auch Fragen des gutgläubigen Erwerbs, der Zwangsvollstreckung und der Erhebung von Gegenrechten des Schuldners werden differenziert dargestellt. Die Einwendungen gegen die Inanspruchnahme aus einer Bürgschaft sind umfassend und übersichtlich behandelt worden. Weitere Kapitel des Buches thematisieren Grundbuchberichtigung, Grunddienstbarkeiten, Erbbaurecht, Wohnungseigentum und Rangordnung von Grundstücksrechten.
Die beiden Bücher vermitteln dem Leser auf engagierte Weise einen soliden Einstieg in das Sachenrecht und - oftmals von diesem unbemerkt - eine bereits bei der Erstlektüre aufnehmbare Taktik für die Lösung von Examensklausuren. Viele Rechtsprobleme werden assoziativ angesprochen und in den Klausurkontext integriert. Der Detailreichtum der Darstellung ist für das Studium optimal und wird vielen die Angst vor der erhabenen Materie Sachenrecht nehmen.
Dr. iur. Benjamin Krenberger, Fachjournalist für Recht und Richter am Landgericht Landau
